Peoplefotografie mit Arnd Ötting

Inhalte

In diesem Workshop werden wir uns mit den wesentlichen Aspekten der Portrait- und Peoplefotografie auseinandersetzen. Wir werden ohne professionelle Models, und auch ohne Haare/Make-up und spezielles Styling arbeiten, statt dessen werden wir uns gegenseitig Modell stehen. Es ist meiner Meinung nach äußerst sinnvoll, als FotografIn Erfahrungen auf beiden Seiten der Kamera zu sammeln, um sich auch in die Situation der Portraitierten hineinversetzen zu können. Das Ziel sollen natürliche Portraits, bzw. natürlich erscheinende Geschichten in der Peoplefotografie sein. Da zielorientiertes, kontrolliertes Arbeiten in der anspruchsvolleren Fotografie nur bei umfassender Kenntnis der Materie möglich ist, werden wir ausschließlich im manuellen Modus arbeiten.

Themenbereiche:

Was ist ein Portrait
Ein paar grundlegende Gedanken zum Thema Portraitfotografie im 21. Jahrhundert im Austausch mit den TeilnehmerInnen.

Was sind Peoplefotos
Am Beispiel großer Werbekampagnen (Billa, Wiener Linien, Bawag-PSK, Thalia, Post, MediaMarkt etc.) besprechen wir, worauf es im Wesentlichen ankommt, wie man die DarstellerInnen in Szene setzt und wie man sie motivieren kann.

Manuelle Fotografie
Kurze Zusammenfassung bzw. Wiederholung der Grundlagen der manuellen Fotografie. Grundkenntnisse über Verschlusszeiten, Blende, White Balance und ISO werden aber vorausgesetzt. Manuelle Beherrschung und wirkliches Verständnis der fotografischen Parameter ist unabdingbar für die vollständige Kontrolle über die eigenen Fotos.

Available Light
Welche Lichtsituationen unterstützen in der Portraifotografie eine positive Darstellung der Modelle, welche sind eher schwierig und wie kann man damit umgehen.

Aufhellung und Abschattung
Einfache, aber zum Teil sehr effektive Kontrolle in der Available Light Fotografie, aber auch deren Grenzen.

Blitzlicht in der Portrait- und Peoplefotografie
Zusätzliche, erweiternde Möglichkeiten durch kontrollierten Einsatz von Blitzlicht. Hartes/weiches Licht, direktes/indirektes Licht, Sinn und Unsinn verschiedener Lichtformer etc.

Posing und Ausdruck
Sehr wichtiges Thema, weil sich hierdurch im Wesentlichen die „besseren“ von den „schlechteren“ Fotografien unterscheiden. Was wollen wir darstellen und welche möglichen Wege dieses Ziel zu erreichen gibt es.

Raw-Entwicklung
Wie holt man aus Raw-Dateien das „Bestmögliche“ heraus. Vorteile des 16-Bit-Modus in der Praxis. Jpg und Tiff- Dateien kommen in der professionellen Fotografie (ausgenommen vielleicht Reportagen) erst am Ende des ganzen Prozesses vor.

Bildbearbeitung in der Portraitfotografie
Besprechung und Übung der wesentlichen Parameter in der Portrait-Bildbearbeitung.

Ablauf

1. Tag Samstag: Anreise in Eigenregie

19:30 – open end (nach Abendessen in Eigenregie): Gemütliches Beisammensitzen und gegenseitiges Vorstellen

  • bisherige Erfahrungen
  • eigene Interessen
  • erwartete Fortschritte in welchen Bereichen
  • Erwartungen

2. Tag Sonntag:

10:00 – 12:00 Vorbesprechung
Theorie: Was ist Portraitfotografie

  • Definition
  • Portrait für welchen Zweck/ welche Anwendung
  • Inhaltliche Kriterien
  • Technische Kriterien
  • Beliebte (häufige) „Fehlerquellen“
  • Beispiele

15:00 – 18:00 Praxis
Workshop: Available Light

  • Available Light outdoor / indoor
  • natürliche, coole Posen
  • Aufhellen /Abschatten mit „5 in 1″

3. Tag Montag:

10:00 – 12:00 Bildbearbeitung
Basic Raw-Konvertierung 1 (Fotos vom Vortag)

  • Farbtemperatur

  • Belichtung

  • Lichter

  • Tiefen

  • Gradationskurve

  • Klarheit

  • Farbsättigung

15:00 – 18:00 Praxis
Workshop: Blitzlicht in der Portraitfotografie

  • Technik
  • Lichtformer allgemein
  • Einsatzmöglichkeiten diverser Lichtformer
  • frontales Licht, Gegenlicht, Seitenlicht, Scherlicht
  • Aufhellung

4. Tag Dienstag:

10:00 12:00 Bildbearbeitung
Photoshop Portraitretusche

  • Was und wieviel soll überhaupt bearbeitet werden?
  • Hautretusche mit Stempel, Bereichsreparaturpinsel und Ausbessernwerkzeug
  • Verflüssigen allgemein
  • evtl. Nase gerader, symmetrischer und kleiner
  • Augenretusche
  • Zähne gerader, Verfärbungen reduzieren, heller?
  • Doppelkinn
  • Haare (mehr Volumen, tieferer Haaransatz, „flying hairs“)
  • Look?

4. Tag Dienstag:

15:00 – 18:00 Praxis

Workshop: Schwerpunkt Posing

  • Natürliches, cooles Posing
  • Anleiten der Modelle/DarstellerInnen für gestellte Fotos, die nicht gestellt aussehen
  • Stehen, sitzen, liegen
  • Einsatz von Props/ Requisiten, wie z. B. Möbel

5. Tag Mittwoch:

10:00 – 12:00 Praxis Gruppenarbeit

Übung: Praktische Umsetzung mit Available Light und/oder Blitzlicht |Teil1

  • Übung

  • Anleitungen

  • Tipps

15:00 – 18:00 Praxis

Workshop: Schwerpunkt Location und Framing

  • geeignete Locations
  • Atmosphäre
  • Stimmung
  • Wann stehen Locations zu sehr im Vordergrund?
  • Wieviel von der Location ist wichtig für die Stimmung und wann lenkt sie evtl. schon zu sehr vom eigentlichen Sujet ab?
  • Wie unterstützt mein Framing die Bildaussage

6. Tag Donnerstag:

10:00 12:00 Bildbearbeitung

Photoshop Portraitretusche | Teil 2

  • Raw-Konvertierung der Bilder vom Vortag
  • Abbildungsfehler in Raw- Konverter beseitigen
  • Bearbeitung und Retusche der Bilder im Photoshop
  • Look
  • Schärfung und Speicherung

15:00 – 18:00 Praxis

Übung: Praktische Umsetzung mit Available Light und/oder Blitzlicht | Teil 2

  • Vertiefende und wiederholende Übung

  • Anleitungen

  • Tipps

7. Tag Freitag:

10:00 – 12:00 Individuelles Vertiefen der Themen

  • Individuelles Arbeiten

  • Eigene Schwerpunkte

  • Vertiefung

  • Wiederholung

15:00 – 18:00 Feedback und allgemeine Diskussion

  • Feedback zu den Fotos und zur Weiterentwicklung vom Kursleiter
  • Gegenseitiges Feedback zu den Arbeiten
  • Anregungen für die Zukunft

ab ca. 19:30 – open end (nach Abendessen in Eigenregie)

Gemütliches Beisammensitzen und Resümee

  • Zwangloses Plaudern über Fotografie
  • Erfahrungen aus dem Seminar
  • Entwicklung von Konzepten für die zukünftige Arbeit

8. Tag Samstag: Abreise in Eigenregie

 

Arnd Ötting

arbeitet seit über 30 Jahren als selbständiger Werbefotograf in Wien für Kunden wie Austrian Airlines, Bawag/PSK, Billa, Canon, Casinos Austria, Feh, IKEA, McDonalds, Media Markt, Mercedes Benz, Thalia, Visa und viele andere. Seit einer dreijährigen Gastprofessur an der Universität für angewandte Kunst Mitte der 90er Jahre hat Arnd Ötting neben der eigentlichen Tätigkeit als Fotograf laufend an verschiedenen Institutionen unterrichtet. Derzeit leitet er den akademischen Lehrgang für angewandte Fotografie an der FH Sankt Pölten. An seinen professionellen und vielleicht noch mehr an seinen freien Arbeiten ist leicht zu erkennen, dass ihm das Medium Fotografie auch nach so vielen Jahren immer noch extrem viel Spaß macht und er genau diesen Spaß auch sehr gerne in Seminaren weitergibt.

 

Wer mehr sehen möchte:

https://arndoetting.com/